Eispickel im Test

Du suchst einen Pickel für deine nächste Hochtour, Skitour oder alpinis Abenteuer in steilem Fels und Eis? Wir haben die besten Modelle aller führenden Hersteller für dich zusammengetragen. Nutze die Filter, um genau dein Modell zu finden oder klicke auf einen Eispickel um mehr über ihn zu Erfahren: lies den vollen Testbericht, erfahre alle Vor- und Nachteile des Eispickels sowie die Meinungen anderer Bergsteiger.

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Eispickel Ratgeber: Worauf achten beim Pickel-Kauf und Test?

Eispickel gibt es mittlerweile in einer großen Vielzahl an Modellen, Formen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten, Längen und Normen. Jeder Hersteller versucht dann den unterschiedlichen Spielarten auf noch eine besondere Eigenheit mitzugeben. Das kann ganz schön Verwirrend werden wenn man versucht den besten Eispickel für seinen Einsatzbereich zu finden.

Wir haben uns durch das Dickicht aus Aluminiumschäften gekämpft und für euch einen umfangreichen Ratgeber zum Eispickel Kauf zusammengestellt.

Spoiler-Alert:

Wer einen Eispickel für ca. 80% aller Einsatzmöglichkeiten sucht, sollten einen nicht zu langen Hybridpickel mit leicht gebogenem Schaft wählen. Für die meisten Einsätze reicht außerdem die B-Norm. Beispiele: Petzl Summit, Black Diamond Swift, Grivel Nepal oder Climbing Technology Alpin Tour

Übersicht:

  1. Arten von Eispickeln
  2. Einsatzbereiche für Eispickel
  3. Welcher Eispickel ist der richtige für mich?

Arten von Eispickeln

Lange vorbei ist die Zeit in der ein Eispickel eigentlich nur eine Form hatte: einen geraden Schaft aus Holz und einen Kopf aus geschmiedetem Stahl. Evtl. Gabs diesen dann in unterschiedlichen Längen für verschiedene Körpergrößen. Und obwohl die klassische Bauart auch heute noch für die meisten, normalen Touren ausreicht, gibt es mittlerweile natürlich viel mehr und vor allem leichtere Varianten.

Klassische Eispickel - mit geradem Schaft

Die klassischste Form des Eispickels besteht heutzutage aus einem geraden Aluminiumschaft und einem Kopf aus Stahl. Meist ist diese Form sehr leicht (maximal 400 - 500g) und entspricht der B-Norm (mehr dazu unten). Meist sind sie im oberen Längenbereich angesiedelt (ca. 55cm - 75cm) um bequem als Sützpickel ("Gehstock") auf dem Gletscher verwendet werden zu können.

Die gerade Form eignet sich besonders gut für Self-Arrests. Also das Abfangen oder Bremsen mit dem Pickel wenn man auf Schnee und Firn ins Rutschen gerät.

Einsatzgebiete sind hauptsächlich klasssiche Hochtouren und Gletscherwanderungen im leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrad.

Hybridpickel - mit gebogenem Schaft

Der Hybridpickel ist eine Weiterentwicklung des klassischen, geraden Pickels. Der gebogene Schaft macht den Pickel für ein breiteres Einsatzgebiet verwendbar. Die gebogene Form erleichtert dabei vor allem die Verwendung als Zugpickel. Zum einen erleubt die Geometrie besseres Zuhauen, Platzieren, Greifen und Ziehen des Pickels. Zum anderen "hält" die Krümmung die Hand weg von der Oberfläche. Das heißt, man stößt nicht oder zumindest weniger mit der Hand an den Schnee wenn man den Pickel platziert und sich daran hochzieht.

Es gibt diese Form meist in den Längen 50cm - 70 cm und sowohl mit B- als auch T-Norm. Letztere beeinflusst auch das Gewicht. So sind Pickel mit B-Norm auch hier zwischen 300 und 500g zu finden. Solche mit T-Norm eher zwischen 400 und 600g.

Je nachdem wie stark die Krümmung ist hat dies aber auch Nachteile: die Verwendung als Stützpickel wird etwas weniger verlässlich, da der Haltepunkt des Kopfes weniger direkt über der Spitze am Ende des Schafts ist. Auch Self-Arrests können technisch etwas schwerer werden, da sich der Pickel eventuell schwerer zwischen Oberkörper und Schnee platzieren lässt.

Einsatzgebiet sind klassische bis technische Hochtouren - auch in sehr steilem Gelände wie Couloirs und Firnwände.

Ultraleichte Pickel

Wie der Name schon sagt wird bei Ultraleicht Pickeln versucht auch das letzte Gramm zu optimieren. Dies wird vor allem durch die Verwendung leichterer Materialien wie Aluminium oder Carbon für Schaft und Kopf erreicht. Auch wird meist auf eine dedizierte Spitze am Schaftende verzichtet und stattdessen dieser einfach abgeschrägt. Meist sind diese Pickel außerdem recht kurz: 45cm und 55 cm. Das Gewicht bewegt sich zwischen 200 und 400g.

Auch diese Bauform kommt natürlich nicht ohne Kompromisse. Wird ein Aluminiumkopf verwendet ist dieser natürlich wesentlich anfälliger und weniger langlebig als einer Stahl. Das Fehlen der Spitze und die kurzen Längen machen das sichere (und bequeme) nutzen als Stützpickel sehr unwahrscheinlich.

Einsatzgebiet ist immer dort wo jedes Gramm zählt oder der Pickel nur für den Notfall mitgeführt wird: Skitouren, Wettkämpfe, Thru-Hiker und auch Touren im Frühsommer, wenn noch mit Altschneefeldern zu rechnen ist.

Technische Eispickel

Technische Eispickel mit T-Norm stoßen an die Grenze zum Eisgerät und eignen sich meist auch bedingt zum Eisklettern. Trotzdem haben sie noch viele Eigenschaften die auch auf klassischen Hochtouren von nutzen sind. Diese Form hat meist einen relativ stark gekrümmten Schaft und einen aggressiveren Winkel der Haue. Sie sind außerdem mit 500 - 600g schwerer als die anderen Klassen. Das hat zwei Gründe: zum einen muss die T-Norm höhere Lasten aushalten was stärkere Materialien verlangt. Zum anderen verhilft das Gewicht dem Pickel zu mehr Schwung beim Platzieren und Hauen was auf Dauer kraftsparender ist.

Details wie Fingerhaken und Handauflagen erleichtern dabei deutlich den Einsatz als Zugpickel.

Technische Eispickel werden auch gerne als Paar verwendet und kommen daher in einer Version mit Schaufel und einer mit Hammer am hinteren Ende des Kopfes. Der Hammer hilft zum Beispiel beim Platzieren von Eisnägeln und Haken und beim Abschlagen von morschen und lockeren Eisstellen.

Einsatzgebiet ist im sehr steilen alpinen Gelände mit Schnee und Mixed-Passagen bei denen der Pickel vor allem auf Zug verwendet wird: Nordwände, Coulouirs

Einsatzbereiche für Eispickel

Unterschiedliche Eispickel wurden für unterschiedliche Einsatzbereiche optimiert. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Spielarten.

Hochtouren

Eigentlich umfasst der Begriff Hochtouren auch alle nachfolgenden Bereiche. In Bezug auf die Kategorisierung von Eispickel verstehen wir hier aber vor allem klassische alpine Touren im leichten und mittleren Schwierigkeitsgrad. Der Pickel wird hier die meiste Zeit als Stützpickel oder "Gehstock" verwendet. Zum Beispiel auf Gletscherquerungen, Gradwanderungen und Schneefeldern von ca. 30° - 45°.

Es empfiehlt sich ein Pickel mit geradem Schaft oder ein Hybridpickel mit (leicht) gebogenem Schaft. Er sollte in einer bequemen Länge gewählt werden. (mehr info zur länge weiter unten). Eine B-Norm ist in den meisten Fällen ausreichend. Für die Sicherung größerer Seilschaften gehen Spaltensturz kann aber auch eine T-Norm (zumindest für den Führer) notwendig sein.

Technische Bergtouren

In Bezug auf Eispickel verstehen wir hier Hochtouren in steilem Gelände bei denen der Pickel mehr und mehr als aktive Kletterhilfe und auf Zug verwendet wird. Man möchte also steilere Passagen in Schnee, Fels und Eis jenseits der 30° Marke meistern.

Für wahrscheinlich 80% der Fälle wird hierzu ein Hybridpickel mit B-Norm ausreichen. Für extrem steiles, hartes und mixed Gelände - aller spätestens wenn man zwei Pickel benötigt - sollte man hier aber auf die Klasse der kürzeren, technischen Eispickel mit T-Norm gehen.

Skitouren

Auf Skitouren wird ein Eispickel meist nur für kurze, steile Passagen - meist die letzten Meter zum Gipfel - verwendet. Den Rest der Zeit verbringt er am oder im Rucksack. Die Verwendung als Stützpickel kommt so gut wie gar nicht vor - man hat ja Skistöcke.

Daher empfiehlt sich hier die Verwendung eines (oder zwei wenns richtig steil wird) leichter und kurzer Pickel mit B-Norm. Auf die Schaftspitze kann verzichtet werden (das erleichter zudem das verstauen im Rucksack bei der Abfahrt). Wenn es nicht absolut aufs letzte Gramm ankommt - wie bei einem Wettkampf - sollte man dennoch einen Pickel mit Stahlkopf statt Aluminium wählen. Diese sind einfach deutlich stabiler, langlebiger und zuverlässiger.

Eisklettern

Wenn auf einer Hochtour mit kurzen Eiskletter oder Mixed-Passagen zu rechnen ist - wie zum Beispiel in Nordwänden sollte man in jedem Fall zu (zwei) technischen Eispickeln greifen - siehe technsiche Bergtouren.

Für reines Eisklettern hingegen gibt es die Klasse der "Eisgeräte" die für eben diesen Einsatz optimiert sind - aber nicht Teil dieser Übersicht sind.

Welcher Eispickel ist der richtige für mich?

Vielleicht hast du beim Lesen der Einsatzgebiete oder Arten schon eine Ahnung bekommen. Nachfolgend erklären wir noch einige Details für den Feinschliff deiner Auswahl.

Was ist die richtige Länge für den Eispickel?

Für Hochtouren mit klassischen, geraden Pickeln oder Hybridpickeln empfiehlt sich die Länge nach der klassischen Faustformel zu bestimmen:

Hält man den Pickel mit ausgestrecktem Arm am Kopf, sollte die Spitze etwa auf Höhe der Knöchel sein. Liegt man zwischen zwei Größen, sollte man die kürzere Wählen.

Tipp: mit einem Zollstock oder Maßband statt Pickel lässt sich das auch ganz einfach zu Hause messen.

Je technischer oder leichter der Einsatz desto kürzer sollte der Pickel sein.

Bei Skitouren wird der Pickel eigentlich nie als Stützpickel in flacherem Gelände benutzt. Daher sollte man hier zu den kurzen Varianten zwischen 45 und 55 cm greifen, die sich leicht im Rucksack verstauen lassen.

Wird der Pickel die meiste Zeit als Kletterhilfe - also auf Zug - verwendet sollten kürzere Varianten zwischen 45 cm - und 55 cm gewählt werden. Kürzer ist besser fürs Klettern, länger besser fürs Gehen - auch in steilen Gelände. Zudem spielt die Körpergröße eine Rolle. Ein abschließender Tipp zur Länge ist is diesem Bereich zugegeben schwierig.

Das richtige Gewicht für den Eispickel

Leichter ist immer besser, oder? Das stimmt bei Eispickeln nur bedingt und hängt - wie alles andere auch - vom Einsatzbereich ab. Für Skitouren - oder wenn man den Pickel eher für den Notfall dabei hat - trifft die Aussage defenitiv zu. Auch bei Hochtouren, besonders wenn die B-Norm ausreicht ist ein leichter Pickel meist besser. Einzig: beim Stufenschlagen kann es mit leichten Pickeln an "Zug" fehlen.

Je häufiger der Pickel allerdings in Eis oder Schnee geschlagen wird, desto interessanter sind die schweren Varianten. Diese haben einfach mehr Wucht und erlauben auf dauer dadruch ermüdungsfreieres Arbeiten. Für viele technische Pickel werden für diesen Zweck so gar Zusatzgewichte (Beschleuniger) angeboten.

Gerader oder gebogener Schaft - was ist besser?

Tatsächlich gibt es kein besser oder schlechter in diesem Fall. Auch ein gerader Schaft hat seine volle Berechtigung wenn der Einsatzzweck stimmt. Für leichte und mittlere Hochtouren ist ein gerader Schaft meist vollkommend ausreichend und durch die einfachere Handhabung - besonderst bei Self-Arrest und als Fixpunkt ("Toter Mann") - für Anfänger sogar zu empfehlen.

Je mehr der Pickel auf Zug verwendet wird, umso gekrümmter sollte der Schaft sein um mehr Freiraum für die Hände und einen aggressiveren Winkel der Haue zu ermöglichen.

Wer einen Pickel für 80% aller Einsätze sucht ist mit einem leicht gebogenen Hybridbpickel gut beraten.

Eispickel mit B-Norm (Typ 1) oder T-Norm (Typ 2) - was brauche ich?

Nach EN 13089 und UIAA 152 werden Eispickel in zwei Kategorien eingeteilt:

  • Kategorie B oder Typ 1 - Basisgeräte
  • Kategorie T oder Typ 2 - Technikgeräte

Für die Normen müssen die Eispickel unterschiedliche Belastungen aushalten können. Für die meisten Einsätze reicht ein Pickel mit B-Norm. Die T-Norm wird erst interessant wenn das Gerät zunehmen zum Klettern verwendet wird.

Geräte mit B-Norm werden oft von den Herstellern nicht extra gekennzeichnet - aber keine Sorge: alle verkäuflichen Geräte müssen mindestens diese Norm erfüllen. Steht nichts dabei oder auf dem Schaft kann man also von einer B-Norm ausgehen.

Normanforderungen nach EN 13089 und UIAA 152

Eisgerät bzw. Hauen / Kennzeichnung Typ 2 / T Typ 1 / B / oft keine
Schaftfestigkeit (T-Anker Belastung) 2,5 kN 2,5 kN
Festigkeit in Y-Richtung (Schaftzugbelastung) 0,9 kN 0,6 kN
Festigkeit in X-Richtung (Rammpickelbelastung) 4,0 kN 2,5 kN
seitliche Festigkeit flacher Hauen 60 Nm 42 Nm

Angaben gemäß DAV Alpin-Lehrplan 5 „Klettern – Sicherheit und Ausrüstung“. Mehr Infos dazu gibt es außerdem  in diesem PDF.

Schaufel oder Hammer - wo liegt der Unterschied?

Für wahrscheinlich 95% aller Einsätze eines Eispickels sollte man einen Pickel mit Schaufel nehmen. Die Schaufel - oder Adze - erlaubt das Schlagen von Stufen und das Graben von Biwaks und Sicherungsankern ("Toter Mann").

Ein Hammerkopf braucht man nur wenn man zwei Geräte dabei hat und der Fokus ganz klar auf Klettern und dem Setzen von Sicherungen liegt.