Dem süßen Thai-Kind mal eben über den Kopf streicheln? 4 weiße Blumen für den netten japanischen Gastgeber? Oder zünftig in Ungarn mit Bier anstoßen? Halt, stopp, nein – das macht man hier nicht! Selbst wenn wir es gut meinen, hüpfen Touristen immer wieder mit Anlauf in große Fettnäpfchen. Wir haben über 60 Benimmregeln für Reise und Urlaub gesammelt. Und als besonderes Schmankerl die Top 5 der übelsten Touri-Patzer in Asien dazu gepackt.

Benimmregeln Reise

Finde die Benimmregeln für dein Reiseziel:

Top 5 der größten Touri-Patzer in Asien

In keinem anderen Reiseland treten Touristen regelmäßig in so große Fettnäpfchen als in Südostasien. Der Buddhismus ist dort eine der größten Religionen und es ist gar nicht so einfach, die geduldigen Buddhisten aus er Ruhe zu bringen. Und doch schaffen es Touristen immer wieder mit teils aberwitzigen Aktionen vor Gericht zu kommen, ausgewiesen oder sogar weggesperrt zu werden. Dabei ist es ganz leicht, Plakate und Flyer vor Ort und sogar die thailändische Touristen-Info weisen immer wieder darauf hin: Don’t mess with Buddha!

Benimmregeln Asien Buddha

Wenn Buddha unter die Haut geht

Weil er die „Touristen-Regeln“ verletzt habe, ist ein Spanier im Juli 2016 in der alten Tempelstadt Bagan in Myanmar verhaftet und nach Bangkok ausgewiesen worden. Der Tourist hatte ein Buddha-Tattoo am Bein, das Mönche unter einer kurzen Hose erspäht und als Religionsbeleidigung aufgefasst hatten.

Auch auf Sri Lanka werden Buddha-Tattoos nicht gerne gesehen. 2014 ist die Geschichte von Naomi Coleman um die Welt gegangen. Die Britin kam gar nicht erst weiter als zum Kofferband im Flughafen Colombo, denn unter ihrem weißen Shirt war ihr großes Buddha-Tattoo auf dem Oberarm deutlich zu sehen.

Wenn die Heiligen-Verehrung zu weit geht

Im Strafgesetzbuch von Sri Lanka stellt ein Paragraf die Verletzung religiöser Gefühle unter Strafe. 2012 bekamen das 3 Franzosen deutlich zu spüren. Sie hatten sich in der Tempelanlage fotografiert und dabei Küsse auf Buddhastatuen angedeutet. Als sie anschließend auf die glorreiche Idee kamen, diese Bilder gleich in einem Copy-Shop ausdrucken zu lassen, rief dessen buddhistischer Inhaber prompt die Polizei. Die drei kamen mit einer Haftstrafe von 6 Monaten auf Bewährung und einem (eher symbolischen) Verwarnungsgeld in Höhe von 1900LKR (ca. 12EUR) davon. Was lernen wir daraus? Don’t kiss the Budha!

Wenn 2,5 Jahre Haft für eine Werbeanzeige drohen

Im März 2015 hatten Bar-Manager Phil Blackwood und seine Kollegen die Idee, Buddha für ihre günstigen Drinks auf Facebook werben zu lassen. Dabei soll der Erleuchtete psychedelisch und mit Kopfhörern dargestellt worden sein. Not funny, fand das Gericht in Myanmar und verurteilte alle zu 2,5 Jahre Haft. Uff!

Wenn Touris die Hüllen fallen lassen

Im Sommer 2015 starben 16 Menschen als der Kinabalu auf Borneo bebte. Vielen aus dem Volk der Dusun war klar: Die Wächter des Berges waren zornig. Die Schuldigen waren schnell gefunden, denn wenige Tage zuvor hatte sich eine Gruppe Touristen nackt ausgezogen und Fotos an dem heiligen Berg gemacht. Ihr einheimischer Führer hatte die Backpacker noch gebeten, dies aus Rücksicht auf die Heiligkeit des Berges zu unterlassen. Leider vergeblich. Der Touristenstrip wurde zur halben Staatsaffaire, endete vor Gericht und glimpflich für die Backpacker.

Auch für Lindsey Adams und ihre Schwester Leslie endete der Urlaub abrupt. Die zwei dachten, es sei eine gute Idee im Weltkulturerbe, dem berühmten Angkor-Tempel in Kambodscha, die Hosen runter zu lassen und Fotos von ihren Hintern zu machen. Sie wurden erwischt, bezahlten jeweils 250$ und dürfen das Land 4 Jahre lang nicht besuchen.

Wenn meditative Gesänge den Schlaf rauben

Buddhistische Zeremonien: Traditionelle Gesänge, begleitet von Glocken und Handzimbeln sind eigentlich ziemlich meditativ und besänftigend. Bei einem Niederländer bewirkten sie im Oktober 2016 genau das Gegenteil. Er konnte nicht einschlafen und machte sich wütend auf den Weg. In einer Halle in der Nachbarschaft fand er die Quelle seiner Ruhestörung. Und zog rigoros den Stecker aus dem Verstärker. So Jungs, Schluss für heute! Ruhe jetzt! Gebracht hat es ihm nicht viel, denn für die nächsten 3 Monate schläft er wegen Beleidigung des buddhistischen Glaubens in einer Gefängniszelle. Ob es da ruhiger zugeht, bleibt zu bezweifeln.

Benimmregeln Südostasien

Pack die (Stinke-) Füße weg
Füße gelten in Asien als unrein. Und das werden sie in FlipFlops auf staubigen Straßen oft auch unweigerlich. Deshalb heißt es vor Betreten der meisten Räumlichkeiten: Schuhe aus! Man sollte auch darauf achten, sich nicht so zu setzen, dass die Füße auf eine andere Person oder heilige Statue zeigen. Der Schneidersitz oder auf den Knien bietet sich an (wenn es der eigene Körper zulässt).

Den Kopf achten
Als Gegenstück zu den unedlen Füßen, gilt der Kopf als heiligstes Körperteil. Die Berührung durch einen Fremden kann als Entweihung und fehlender Respekt interpretiert werden. Am besten also von spontanem (Kinder-) Kopftätscheln absehen, auch wenn es noch so nett gemeint ist.

Reserved for clergy
In öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden ist oft ein Bereich für Mönche reserviert. Sie dürfen keinen Körperkontakt zu Frauen haben. Das sollten Globetrotterinnen achten. Wer sich direkt neben einen Mönch setzt, kann ihn in Bedrängns bringen. Die eindrucksvoll gewickelten und leuchtenden Roben dürfen natürlich bestaunt, aber nicht betatscht, werden.

Buddha bleibt da
Streng genommen ist die Ausfuhr jeglicher Buddha-Statuen und -Darstellungen aus Thailand nur mit Genehmigung erlaubt. Der Zoll macht bei kleinen (nicht antiken) Figuren aber meist keine Probleme. Wer jedoch eine große Figur mit nach Hause nehmen will, sollte sich vorab nach einer Genehmigung erkundigen. Ein entsprechend würdevoller Transport wird vorausgesetzt: Also nicht in schmutziger Wäsche einwickeln oder ganz unten in den Rucksack stopfen.

Thailand und der König
Im Oktober 2016 verstarb der in ganz Thailand hochverehrte König Bhumibol Adulyadej. Seit dem Tod Bhumibols haben Anzeigen und Anklagen wegen Majestätsbeleidigung sprunghaft zugenommen, berichtet die Welt. Kronprinz Maha Vajiralongkorn wird die Thronfolge übernehmen. Erste Festnahmen wegen des Beleidigung des neuen Königs gab es bereits. Die königliche Familie wird mit nahezu religöser Hingabe verehrt. Mit Ehrenplätzen in öffentlichen und privaten Gebäuden sowie auf Geldmünzen und -Scheinen. Kritik am König oder seiner Familie wird nicht nur missachtet, sondern auch hart geahndet.

Land des Lächelns
Wer in Südostasien sein Gesicht waren will, sollte immer recht freundlich bleiben. Ständiges Nörgeln, lautes, eindringliches Sprechen mit großen Gesten oder gar ein Wutausbruch mit Geschreie zeigt Unbeherrschtheit und führt unweigerlich zu einem Ansehensverlust. Für den, der schreit und für den, der angeschrien wird.

Benimmregeln Thailand Buch

Fettnäpfchenführer ThailandEntspannt währt am längsten

Benimmregeln Vietnam Buch

Fettnäpfchenführer Vietnam: Wo der Büffel zwischen den Zeilen grast

Benimmregeln Thailand Buch

Kulturschock ThailandAlltagskultur, Traditionen, Verhaltensregeln