Willkommen in der Königsklasse der Digitalkameras! Spiegelreflex- und Systemkameras sind derzeit eindeutig das Nonplusultra der Fotografie. Auch wenn es viele Einsteiger-Modelle gibt – Kameras dieser Klasse zu kaufen empfiehlt sich nur,  wenn man entweder schon mit solchen Systemen fotografiert oder vor der Reise genügend Zeit zum Üben hat. Die beste Kamera nützt nichts, wenn man sie nicht bedienen kann.

Um in diesem weiten Feld für Klarheit zu schaffen, gibt´s hier erstmal eine Übersicht der grundlegenden Kameratypen und Objektiv-Varianten, die für eine Reisekamera interessant sind:

Vollformat Spiegelreflex-Kameras (DSLR)
Der Gipfel in Sachen Qualität (aber auch preislich) und meiner Meinung nach auf Reisen nur für absolute Profis geeignet. Wer in diesem Bereich vernünftig aufgestellt sein will, hat schnell 5–10 kg Fotoequipment im Gepäck, der Geldbeutel ist dafür aber mindestens um 5.000€ leichter. Schön für Diebe  – doch für Normalsterbliche auf Reisen kaum praktikabel.

Crop-Kameras (Halbformat-DSLR)
Der Fotosensor der Crop-Kameras ist halb so groß wie der einer Vollformat-Spiegelreflex. Das bedeutet zum einen leichte Qualitätseinbußen, die allerdings im Nicht-Profi-Bereich vollkommen zu vernachlässigen sind. Zum anderen aber eine kompaktere Bauweise und leichteres Gewicht. Der kleinere Bildsensor hat zur Folge, dass sich die Brennweite um das 1,5-fache verlängert. Dies hat für die Reisefotografie große Vorteile, bedeutet es doch, dass ein 100mm Objektiv plötzlich eine de-facto Brennweite von 150mm hat. Das heißt: Kleinere und leichtere Objektive für gleiche Brennweiten.

System-Kameras (DSLM)
Die DSLM hat im Unterschied zur DSLR keinen Spiegel. So werden die Bilder, ähnlich wie bei einer Kompaktkamera, direkt auf den Sensor aufgenommen. Im Unterschied zur Kompakten verfügt die DSLM, wie eine Spiegelreflex, über wechselbare Objektive. Der fehlende Spiegelkasten ermöglicht eine noch kompaktere Bauweise und der Sensor verlängert hier die Brennweite um das 2-fache. Das ermöglicht noch kompaktere Objektive als bei der Crop-Kamera.

Die Wahl der Objektive hängt vor allem von den persönlichen Fotografie-Schwerpunkten und (mal wieder) vom Qualitätsanspruch ab. Will man alles perfekt abdecken, hat man schnell drei, vier Objektive dabei. Eine Menge zu schleppen…

Immer-Obendrauf-Objektiv
Die Alternative dazu ist ein (sehr gutes) Immer-Obendrauf-Objektiv mit einem großen Brennweitenbereich (zum Beispiel 18–200mm). Das hat den großen Vorteil, dass es prinzipiell für alle Situationen ausreicht. Die Nachteile dieser Objektive-Klasse sind oft eine kleine Lichtstärke (vor allem im oberen Brennweitenbereich) und Verzerrungen, bzw. Farbsäume, im äußeren Bild-Bereich. Während sich Letztere nachträglich am Computer meist leicht heraus retuschieren lassen, kann eine schwache Lichtstärke zu einem ernsten Problem werden. Will man die ISO nicht voll aufreißen (starkes Rauschen), braucht man sehr schnell ein Stativ.

Lichtstarke Festbrennweite als Add-On
Wer viel im Innenbereich und bei wenig Licht fotografiert, dem sei daher zusätzlich ein lichtstarkes Objektiv mit Festbrennweite (z.B. 30mm) empfohlen. Das fällt kaum ins Gewicht und garantiert rauscharme Bilder auch in schwierigen Lichtsituationen.

Bildstabilisator
Grundsätzlich sollten für die Reisefotografie nur Objektive mit Bildstabilisator gewählt werden. Diese machen oft bis zu drei Blendenstufen gut, was einer Verlängerung der Belichtungszeit um das 8-fache entspricht.

Vollformat DSLR, Crop-Kamera oder DSLM?

Vollprofis werden wohl zu einer Vollformat-Kamera greifen. Legt man allerdings neben Qualität die Kriterien Gewicht und Handling in die Waagschale, so überwiegen die Vorteile von Crop- und Systemkameras für die